MementoTag in Meiningen – Einblicke, Austausch & Begegnungen

Gastbeitrag von Jeannine Müller

Ganz im Sinne von Memento mori – „Erinnere dich an deine Sterblichkeit“ ruft der MementoTag am 8. August alljährlich dazu auf, die Themen Vergänglichkeit, Sterben, Tod und Trauer ins gesellschaftliche Bewusstsein zu holen.

Allen voran möchte man die Menschen jedoch ermutigen, die eigene Endlichkeit, ohne Angst und Schrecken, bewusst in den Blick zu nehmen, offen über diese zu sprechen und zu sensibilisieren, was es für die eigene Lebensweise bedeuten kann.

Sich der Endlichkeit des Lebens bewusst zu sein, kann helfen, Wünsche zu äußern, mit seinen Angehörigen ins Gespräch zu kommen und wichtige Dinge im Vorfeld zu klären und natürlich auch, den Blick auf das „Geschenk“ des Lebens selbst verändern.

Momente bewusster zu erleben und zu genießen. In diesem Zeichen stand auch der diesjährige MementoTag in Meiningen – „Memento Mori & Merlot - Geschichten. Erinnerungen. Genuss“ - organisiert durch den HPV-Dienst (Hospiz- und Palliativversorgung) der Sozialwerk Meiningen gGmbH in Kooperation mit Zehner Bestattungen sowie der Palliativstation des Helios Klinikums Meiningen.

Auf dem Vorplatz der Gedenkhalle des Parkfriedhofes hatte man Stehtische, Infostände sowie ein Kaffee- und Kuchen-Büfett (auf Spendenbasis) aufgebaut.

Am späteren Nachmittag bot das Team vom Ivorypearl Meiningen, welche der Einladung zur Teilnahme gerne gefolgt waren, den Besuchern eine erfrischende Weinverkostung an.

Die gefühlvolle Stimme von Sängerin Nele Anders passte sich perfekt und nicht aufgedrungen in den sommerlichen Nachmittag mit ein und umrahmte die Atmosphäre nochmal besonders.

Die Mitarbeiterinnen der Palliativstation hatten neben ihren ätherischen Ölen, die in der Palliativen Pflege eine wichtige Rolle spielen, ein kleines Erinnerungsritual im Gepäck und luden damit die Gäste, in der Trauerhalle, zum kurzen Innehalten und Erinnern ein.

Das Bestattungshaus Zehner, als Mitorganisator, öffnete anlässlich des MementoTages seine Türen.

Neben Führungen durch das Krematorium, gab es viel Wissenswertes zur Bestattungsvorsorge, zu alternativen Bestattungsformen, Möglichkeiten der Trauerbegleitung (welche mit dem Team vom HPV noch vertieft werden konnten), sowie eine Präsentation ausgewählter Bestattungsartikel und Erinnerungsstücke.

Im neu eingerichteten Trauercafé bot sich Zeit für Besinnung und ein Raum für persönliche Gespräche und die Gelegenheit, dem Team von Zehner Bestattungen, Fragen zu stellen.

Definitiv ein besonderes Highlight an diesem Tag waren die Friedhofsführungen mit Stadtbotschafterin Kathrin Jäger.

Zahlreiche Besucher nutzen die Chance, das Gelände des Parkfriedhofes, übrigens die vierte Parkanlage in Meiningen, einmal näher zu erkunden und dabei viel Wissenswertes über die Anlage und natürlich auch deren Grabstätten, u. a. auch berühmter Meininger Persönlichkeiten, zu erfahren.

1880 wurde das, ursprünglich als schlichter Reihenfriedhof angelegte Gelände, durch Theaterherzog Georg II., den fürstlichen Gestalter, aufwendig umgestaltet und zählt heute mit zu den schönsten Parkfriedhöfen in Deutschland.

Geschwungene Wege und Alleen mit einem alten Baumbestand, darunter sage und schreibe 750 Großbäume, prägen das Friedhofsbild. Rund 200 Grabmale unter Denkmalschutz sind auf der Anlage zu finden, Ludwig Chronegk, Max Grube, Rudolf Baumbach und Ludwig Bechstein sind nur Einige von denen Kathrin Jäger berichtete.

Natürlich ließ sich auch der Theaterherzog selbst, nebst Gattin Helene und seinen Söhnen Friedrich und Ernst, hier zur letzten Ruhe betten.

Die zugehörige, aufwendige Grabanlage hatte er natürlich schon zu Lebzeiten selbst geplant. Er selbst bezeichnete den Meininger Parkfriedhof seinerzeit als „feierliches Gemälde“.

Die Stadtbotschafterin nahm die Besucher mit auf eine kleine Zeitreise und regte mit ihren Ausführungen zur Bestattungskultur des 19. Jahrhunderts, dem fast schon alltäglichen Umgang mit dem Tod und Trauer in dieser Zeit, sicher auch zum Nachdenken an.

Dennoch schaffte sie es, mit witzigen Anekdoten, dem Aberglauben und Gepflogenheiten aus dieser Zeit, dem Thema auch eine gewisse Leichtigkeit zu geben.

Ganz im Sinne des MementoTages: „Es gibt keine Hochzeit ohne Tränen und keine Trauerfeier ohne Lachen“ – der Tod gehört zum Leben, wie die Geburt und das Altern.

Der ambulante Hospiz- und Palliativdienst der Sozialwerk Meiningen gGmbH bedankt sich an dieser Stelle herzlich bei allen Teilnehmern, Helfern, ihren Ehrenamtlichen und den Mitorganisatoren, allen voran der Familie Zehner, für einen gelungenen MementoTag 2026.

Nähere Informationen zur Hospiz – und Palliativversorgung, Angebote zur Trauerbegleitung und aktuellen Veranstaltungen finden sie unter: www.sozialwerk-meiningen.de/hospiz-und-palliativversorgung.